37° - Fast ein Vierteljahrhundert ganz nah dran

Eine Gemeinschaftsveranstaltung mit dem (und beim) Presseclub Wiesbaden am 27. Februar 2018 um 19:30 Uhr

Schauen Sie noch Fernsehen, wenn ja, ARD und ZDF? In Zeiten des Umbruchs der Medienlandschaft ist diese Frage aktuell und wird breit diskutiert. Netflix, Amazon, YouTube, Streaming-Dienste bieten ständig neues, auch hochwertiges Programm, das allzeit verfügbar ist, die private Konkurrenz ist stark.

In dieser Situation ist es etwas ganz besonderes, wenn eine Sendereihe fast 24 Jahre alt ist und immer noch Erfolg hat. 37°, das ist die Körpertemperatur, fast an der Fieberschwelle. 37° ist auch der Titel der Sendereihe, die immer dienstags um 22:15 Uhr im ZDF ausgestrahlt wird. Seit der ersten Ausgabe im November 1994 ist das Programm mit weit über 900 Sendungen zu einer starken Marke im ZDF geworden.


Achtung! Die Veranstaltung findet beim Presseclub Wiesbaden statt!


37° ist für die heutige Fernsehlandschaft  in vielfacher Sicht außergewöhnlich: öffentlich-rechtliches Qualitätsprogramm, ein „Fernseh-Fossil“, aber beliebt, auch unter jungen Zuschauern.  

 

Wie ist das zu erklären? Das Konzept der Sendereihe basiert auf Geschichten von Menschen. Menschen in unterschiedlichen Lebensphasen, mit außergewöhnlichen, individuellen Schicksalen, aber auch mit ganz „normalen“ Erfahrungen, die die Realität vieler Zuschauer/innen betreffen. Dementsprechend breit ist die Themenauswahl: sie sind gesellschaftlich relevant, oft geht es dabei um existenzielle Fragen unseres Daseins. Der Wunsch nach Glück, Liebe, Familie, soziale Sicherheit, Gesundheit und Erfolg ist vielen gemeinsam.


Diese Veranstaltung findet statt am 27.02.2018 um 19:30 Uhr im

Presseclub Wiesbaden, Wilhelmstr. 19, 65183 Wiesbaden


Doch was ist, wenn diese Pläne scheitern? Diese Auseinandersetzung und Bewältigung von schwierigen Lebensereignissen, wie Scheidung, Krankheit, Arbeitslosigkeit, Alter bis hin zum Tod, steht im Vordergrund der Sendungen. Dabei dürfen die Zuschauer auch mal schmunzeln, stauen und sich wundern. Das Besondere ist die dokumentarische Erzählweise, die Protagonisten sind authentisch, sie öffnen sich emotional vor der Kamera, geben glaubwürdige Einblicke in ihre Gefühlswelt. Sie werden nicht voyeuristisch vorgeführt, auch nicht bewertet durch Experten, sondern respektvoll begleitet durch die Autoren, die trotzdem den journalistisch notwendigen Abstand bewahren.   

 

Diese Herangehensweise wird honoriert durch den Zuspruch der Zuschauer. Im Schnitt sehen die Sendung weit über 2 Millionen Zuschauer, bei einem MA über 10 Prozent. Parallel zu der Ausstrahlung im Programm ist 37° auch online erfolgreich. In der Mediathek wurden die Sendungen insgesamt 3,5 Millionen Mal im Jahr 2017 abgerufen. Bei facebook hat 37° 115.000 „Freunde“, im zweiten Halbjahr gab es dort 33 Mio. Sichtkontakte zu 37 Grad Inhalten, fast 20.000 Kommentare wurden geschrieben. Die Fans umfassen alle Altersklassen, mehr als die Hälfe ist zwischen 25 und 44 Jahren alt. Im Netz erreicht die Sendereihe also viele, die am Dienstag um 22:15 Uhr das ZDF nicht mehr einschalten.

 

37°, das ist ein Programm mitten aus dem Leben, das die Autoren und Redakteure mit jeder Sendung immer wieder vor neue Herausforderungen stellt. Wie ist es möglich, die Qualität der Sendereihe aufrecht zu erhalten in Zeiten des Umbruchs der Medienlandschaft und der Konkurrenz?  Wie ist die Arbeitsweise der Redaktion, wie findet die Auswahl der Themen statt, wie verläuft die Realisierung bis zum Sendetag? Wie macht sich Redaktion fit für die Zukunft in der digitalen Welt?

 

Aus dem Alltag einer besonderen Fernsehredaktion berichten die Redakteurinnen Martina Nothhorn (stellv. Vorsitzende des Presseclubs Mainz e. V.) und Uschi Hansen.